
Das Fachgebiet ‚Landschaftsplanung und Kommunikation‘ hat zusammen mit dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) den 12. Workshop des Arbeitskreis Landschaftsforschung organisiert. Unter dem Titel „Suburbane, stadtregionale Landschaften: Transformation, Konflikt, Koproduktion – Nachhaltigkeit?“ fand die Tagung vom 08. bis 10. Oktober 2025 in Dresden statt. Teilprojektübergreifend haben sich Nadja Diemunsch, Svenja Bochinski und Prof. Dr. Markus Leibenath (TP 1), Dr. Frank Lorberg und Dr. Florian Bellin-Harder (TP 2) sowie Michael Swiacki (TP 4) mit Moderation und fünf Vorträgen zu suburbanen Landwirt:innen, Konflikten um suburbane Freiflächen bei Stadterweiterungen und ethnographischer Planungsforschung beteiligt.
Im Fokus des Workshops stand die kritische Reflexion suburbaner und stadtregionaler Landschaftsentwicklungen – zwischen Dynamik, Konflikt und Nachhaltigkeitsansprüchen. Wissenschaftler:innen, Planer:innen und weitere Akteur:innen diskutierten in transdisziplinärem Austausch über Entwicklungstrends, Governance-Fragen sowie narrative und materielle Dimensionen dieser Räume. Besondere Höhepunkte waren die eingeladenen Hauptvorträge von Frau Dr. Vera Vicenzotti (Swedish University of Agricultural Sciences Uppsal) über „Design Thinking in transdisziplinären Design Labs“ sowie von Frau Angela Zábojník (Stadt Leipzig) über den „Grünen Ring Leipzig“.
Markus Leibenath berichtete zu Dilemmata und Kontrolle bei konflikthaften Partizipationsprozessen in Zusammenhang mit aktuellen großformatigen Stadterweiterungsvorhaben in Berlin und dem Erkenntniswert ethnographischer Forschungszugänge.
Nadja Diemunsch präsentierte Ergebnisse einer diskursanalytisch-ethnographischen Fallstudie, die Teil ihres Dissertationsvorhabens ist. Dabei nahm sie den umstrittenen Partizipationsprozess zu einem aktuellen Stadterweiterungsvorhaben im Münchner Norden und den Umgang der Stadtverwaltung mit Partizipationsdilemmata und Protest in den Blick.
Svenja Bochinski fokussierte als Teilergebnis ihres Dissertationsvorhabens auf Widersprüche und Konflikte vorgeblich nachhaltiger Freiraumentwicklung aktueller Stadterweiterungen zwischen Wohnungsversorgung und Freiraumerhalt, an denen sie Konflikte um sozial-ökologische Transformationen und divergierende Nachhaltigkeitsverständnisse analysierte.
Angegliedert an das Forschungsprojekt Stadtregionale Landschaftspolitik ‚in the making‘ in der DFG-Forschungsgruppe Neue Suburbanität, bot der Workshop Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch auch mit anderen Teilprojekten des Forschungsverbunds: Michael Swiacki (TP 4) von der Humboldt-Universität zu Berlin präsentierte auf Grundlage einer GIS-gestützten Bestandsaufnahme rezenter Stadterweiterungsdynamiken unter anderem das Ergebnis, dass trotz der vermeintlichen Hochphase von Innenentwicklungs- und Reurbanisierungsprozessen in den vergangenen Jahrzehnten weiterhin in erheblichem Umfang großflächig und ressourcenintensiv suburbane Flächen in Anspruch genommen wurden – darunter sowohl minder betrachtete Entwicklungen mit industrieller und gewerbliche Nutzung als auch persistent zahlreich entstehende Einfamilienhaussiedlungen an den Rändern deutscher Verdichtungsräume.
Frank Lorberg und Florian Bellin-Harder (TP 2), beide von der Universität Kassel im Teilprojekt „Biodiversität und Freiraumplanung im Stadtteil“ , zeigten die Grenzen der Umsetzung freiraumplanerischer Ziele in multicodierten und multifunktionalen suburbanen Stadterweiterungen auf. Der Untersuchung lagen sowohl Kartierungen und Dokumentationen aus dem Forschungsprojekt als auch Ergebnisse und Diskussionen aus einer Exkursion mit Studierenden nach Frankfurt-Riedberg im Sommersemester 2025 zugrunde. Aus den Forschungsergebnissen wurde die Notwendigkeit der Einbindung von Freiraumplanung in die Entwicklung von Stadterweiterungen von Beginn des Planungsprozesses an abgeleitet.