Die Diskurse um Sub- und Reurbanisierung umfassen neben Untersuchungen des großräumigen Stadtentwicklungsgeschehens auch die Siedlungen am Stadtrand, ihre räumliche Gestalt und die soziostrukturelle Zusammensetzung ihrer Bewohnerschaft. Vor dem Hintergrund von Globalisierung, Digitalisierung und zunehmender Mobilität hat die interdisziplinäre Stadtforschung gezeigt, dass Elemente des Städtischen immer häufiger auch im suburbanen Raum auftreten und umgekehrt. Damit stellt sich die Frage, ob Kategorien wie urban und suburban im Kontext aktueller Stadterweiterungsvorhaben noch angemessene Zuschreibungen darstellen. Sowohl die vorstädtischen Siedlungen selbst als auch die verwendete Terminologie differenzieren sich zunehmend aus. So setzte eine grundsätzliche Neubewertung von suburbanen Quartieren durch die internationale Debatte um eine postsuburbane Stadtentwicklung ein. Die Forschungsgruppe analysiert die aktuellen Stadterweiterungsstrategien in Deutschland erstmalig umfassend vor dem Hintergrund der aktuell veränderten gesellschaftlichen und planerischen Idealvorstellungen, wirtschaftlichen Anforderungen sowie individuellen Wohnpräferenzen im Zusammenspiel mit räumlich-materiellen Realitäten. Die übergreifende Fragestellung lautet, wie in Zeiten der Reurbanisierung, von welchen Akteurinnen an welchen Standorten Stadterweiterung in Deutschland vorangetrieben wird, wie mit dem Spannungsfeld zwischen aktuellen Leitbildern, Wohnwünschen und planungspraktischen Handlungszwängen umgegangen wird und welche Ansprüche dabei warum umgesetzt werden. Die Tagung diente in diesem Sinne insbesondere dem Ziel, die wissenschenschaftlichen Erkenntnisse mit der Fachwelt zu teilen und die Ausbildung eines Netzwerkes von Akteurinnen aus der Praxis zu ermöglichen sowie Dialoge zu gewähren. Zu diesem Zweck beschäftigte sich die Tagung sowohl mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem ersten Bearbeitungsjahr, gleichwohl aber auch mit Erfahrungen, Denkanstößen und Problemstellungen aus der Praxis, die von Referent:innen aus kommunalen Verwaltungen, Planungsbüros und Forschung dargeboten wurden.
September 2025
doi: https://doi.org/10.17170/kobra-2025071111268